Do it Yourself liegt unübersehbar im Trend, die Frage ist nur, ob wirklich der aktive Teil dominiert oder ob langsam die eher passive Vermarktung die Oberhand gewinnt.

Da Du als Besucher der Kreativbibel sozusagen mitten drin bist im Trend, wird Dich sicher interessieren, was genau unter Do it Yourself zu verstehen ist und wie der Do it Yourself-Trend aktuell eingeschätzt wird.

Was bedeutet Do it Yourself eigentlich?

Do it Yourself heißt übersetzt ganz einfach: Tu es selbst.

Entstanden ist der Trend aus einem Aufbegehren gegen immer mehr fertige Konsum-Lösungen, die den Menschen einfach vorgesetzt wurden. In älteren Generationen gab es noch Heimwerker und Textilwerker, die sich individuelle Produkte selbst anfertigten.

Eine Zeit lang sah es aus, als wenn diese nun langsam aussterben würden, weil es immer mehr fertig und in jeder denkbaren Ausführung zu kaufen gab.

Kind bastelt

Kreativität regt die Phantasie an und enspannt und senkt den Blutdruck. Basteln und do-it-yourself sind schon lange nicht mehr bloße Themen für Kinder. (Foto: kaboompics / pixabay.com)

Doch dann fing es irgendwann zu brodeln, die alten HeimwerkerInnen und TextilwerkerInnen wurden befragt; die junge Generation hatte offensichtlich Sehnsucht danach, ihre Kreativität auszuleben. Heute ist Nähen und Kochen, Basteln und Heimwerken wieder ein Riesen-Thema, für Oma und Opa und die Enkel. Die Generation dazwischen, die das Selbermachen eine Zeitlang hintenangestellt hatte, kommt auch gerade wieder in kreative Stimmung.

Der Begriff Do it Yourself ist eher weiter gedacht als die Heimwerker- oder Bastelbewegungen früherer Zeiten: Während es dort darum ging, die schönsten Seifenkisten, Holzregale, Verzierungen in Serviettentechnik oder Patchwork-Textilien anzufertigen, liegt der Fokus heute auf „selbst“ und „tun“.

Welches Material verarbeitet wird, richtet sich nach dem angestrebten Ergebnis, und dieses Ergebnis soll heute nicht mehr unbedingt die Bewunderung anderer erringen, sondern häufig ganz einfach nur genutzt werden und das Leben durch seine Individualität bereichern. Einer der schönsten und kreativsten Do it Yourself-Trends setzt auf Recycling-Material, aus dem die erstaunlichsten Dinge erschaffen werden …

Der Do it Yourself Trend im Überblick

Die Lust am Selbermachen hat eine große Anzahl von Bundesbürgern erfasst: Sie stricken und sticken, töpfern und entwerfen Möbel, die dann auch selbst angefertigt werden, kochen, brauen das eigene Craft-Bier und backen Cup-Cakes, die man auch als Schmuck an die Wand hängen könnte.

Da viele der Produkte zum Verbrauch im täglichen Leben gedacht sind, müssen laufend neue Zutaten eingekauft werden, und auch das Material für länger haltbare Do it Yourself-Arbeiten wird in erfreulichem Umfang als Neuware eingekauft; die entsprechenden Branchen berichten seit Jahren über beachtliche Zuwächse.

Wie sieht der Markt für Do it Yourself aus?

Der Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf wurde 2016 allein in Deutschland auf rund 1,25 Milliarden Euro geschätzt (Zahlen der Initiative Handarbeit), der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. berichtete 2016 über einen Gesamtumsatz von 18,24 Milliarden Euro brutto im deutschen Baumarkthandel (1,5 % mehr als im Vorjahr, mit steigender Tendenz, auch wenn neuere Zahlen noch nicht verfügbar sind).

Die Deutschen geben jedes Jahr ca. 8 Millionen Euro für Stickgarn und Stickzubehör aus, um 51 Millionen Euro für Anleitungsbücher, 171 Millionen Euro für Näh- und Strickmaschinen, 180 Millionen Euro für Kurzwaren aller Art, 375 Millionen Euro für Strick- und Häkelgarne und 465 Millionen Euro für Stoffe.

Das Internet ist von Anfang an mit dabei; am Anfang vor allem in Form von Foren, in denen sich die frisch Do it Yourself-Begeisterte über ihre Arbeiten austauschten und sich gegenseitig mit Tipps und Anleitungen versorgten.

Als der Markt immer interessanter wurde, wurde er auch geschäftlich entdeckt: Die ersten Onlinemarktplätze für Do it Yourself-Erzeugnisse (DaWanda, Etsy) erwirtschafteten im Internethandel traumhafte Gewinne – Etsy konnte seine Verkäufe in den USA allein während des letzten Geschäftsquartals 2015 um knapp 20 % steigern, möglich wurde das, weil die Anmeldungen aktiver Käufern auf dem Portal gleichzeitig um 25 % zugenommen hatten.

Das Portal DaWanda liefert die deutsche Version dieser Erfolgs-Story: Von 2006 bis heute haben sich 7,3 Millionen Mitglieder angemeldet, die den rund 360.000 registrierten Händlern laut Angaben von DaWanda jede Minute eine selbstgemachte Tasche, alle 30 Sekunden ein Do it Yourself-Baby/Kinderprodukt und alle 20 Sekunden ein handgefertigtes Schmuckstück abkaufen.

Nicht dass die Auswahl auf diese drei Produkte beschränkt wäre, auf DaWanda sollen insgesamt um 6 Millionen Produkte angeboten werden, die täglich um etwa 15.000 neue ergänzt werden. 2018 wurde das Portal vom Konkurrent Etsy übernommen, somit kann der Betrieb vorerst weiterlaufen.

Selbstgemachtes ist also längst zum Verkaufsschlager geworden, der Verkauf findet inzwischen über viele weitere Online-Plattformen, einzelne Websites, neue und alte Blogs und Social-Media-Plattformen statt und läuft nach wie vor prima. Wer nicht so geschickt ist oder keine Lust zum selber werkeln hat, verdient anders am Trend:

Er stellt eine Online-Plattform mit Anleitungen ins Netz – die durch eifrige Klicks bastelwilliger Fans dem Betreiber anfangs sogar dann ein gutes finanzielles Polster verschaffte, wenn keine einzige der Anleitungen wirklich etwas taugte.

Inzwischen ist diese Seite des Do it Yourself professioneller geworden, es gibt auf Youtube eine Fülle von Anleitungs-Shows, auf denen z. B. Millennials in erstaunlicher Schauspieler- oder Moderatoren-Qualität die ungewöhnlichsten Kreationen vorstellen.

Fazit – Der Do it Yourself Trend in Deutschland

Was immer Du vorhast: Do it Yourself läuft ungebrochen, Dir stehen alle Möglichkeiten offen, neue Do it Yourself-Ideen zu erdenken oder selbst Geschaffenes während der Herstellung zu filmen, Do it Yourself-Produkte zu verkaufen oder Do it Yourself-Anleitungen zu vermarkten.

Bildquelle: unsplash.com / Giulia Bertelli

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