Nähen ist ein wunderbares Hobby. Doch wie anfangen, wenn der Nähkurs aus Schulzeiten Jahre zurück liegt? Wir zeigen dir, was du alles benötigst und wie du am Besten anfängst.

Wir gehen auf die Vor- und Nachteile verschiedener Kursarten ein und geben hilfreiche Tipps für einen gelungenen Start ins neue Hobby.

Was sind die Grundlagen?

Zunächst geben wir dir einen Überblick über die Grundlagen. Was wird alles benötigt und worauf ist zu achten? Auch eine kleine Stoffkunde gehört mit dazu.

Hand oder Maschine?

Auch wenn du sicherlich einige Dinge auch von Hand erledigen könntest, geht es mit einer Nähmaschine einfach schneller und angenehmer. Dieser Artikel befasst sich deshalb vorrangig mit dem nähen lernen an der Nähmaschine.

Die richtige Maschine

Die Wahl der richtigen Nähmaschine kann einen schier zur Verzweiflung treiben, gerade wenn man noch Nähanfänger ist. Wir haben uns für dich mit dem Thema erste eigene Nähmaschinebeschäftigt und bieten dir dort einen Überblick worauf du achten solltest.

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Grundausrüstung

Neben einer guten Nähmaschine gehören auch noch andere Dinge zur Ausrüstung eines (Hobby)-Schneiders. Bevor du also loslegst, solltest du überprüfen, was du vielleicht bereits zu Hause habst, was im Zubehör der Nähmaschine enthalten ist und was du eventuell noch nachkaufen musst.

  • Scharfe Schere oder Rollschneider, zum Schneiden der Stoffe, für stark fransende Stoffe kann sich eine Zickzackschere anbieten.
  • Pinzette, um Fäden und Flusen aus der Nähmaschine zu entfernen und Fäden zu ziehen.
  • Bandmaß, zum ab- und nachmessen.
  • Stecknadeln, um Schnittmuster auf Stoffen zu fixieren, bzw. die Nähstücke miteinander zu verbinden. Alternativ eigenen sich auch Wonder Clips, diese fixieren den Stoff, ohne Löcher hinein zu stechen.
  • Schneiderkreide, damit überträgst du Maße vom Schnittmuster auf den Stoff und zeichnst Bügelkanten an. Sie ist leicht auswaschbar und hinterlässt keine Flecken.
  • Bügeleisen, klingt erst einmal als hätte es wenig mit dem Nähen zu tun, aber je öfter und gründlicher du deine Nähstücke bügelst, umso sauberer wird das Ergebnis.
  • Garn, hier ist es wichtig das richtige Garn für die jeweilige Näharbeit heraus zu suchen.
  • Stoff zum Üben und Testen, eine kleine Stoffkunde folgt später.
  • Nähmaschinennadeln, eine Grundausrüstung ist sicherlich bereits bei deiner Maschine dabei, welche Nadel für welchen Zweck gebraucht wird erklären wir später.
  • Handnähnadel, hin und wieder musst du Fadenenden vernähen.
  • Schneidematte, mindestens in A3. Ist gerade dann wichtig, wenn du einen Rollschneider benutzen möchtest.
  • Vor allem gute Laune und Geduld.

Wichtiges zum Start

Bevor du nun begeistert in dein neues Hobby startest, geben wir dir hier einige grundlegende Dinge an die Hand. Egal ob du dich für einen Kurs entscheidest, oder auf eigene Faust loslegen möchtest, hier wollen wir dir zeigen, was du vorher alles wissen musst.

Der richtige Umgang mit der Nähmaschine

Zunächst solltest du dich mit dem grundlegenden Aufbau deiner Nähmaschine beschäftigen. Ein Blick ins Handbuch hilft dafür.

Dieses sollte dir Dinge wie Nadel- und Nähfußwechsel, sowie das richtige Einfädeln des Ober- und Unterfadens erklären. Zumeist bieten die Handbücher auch eine erste Übersicht, welche Einstellung für welches Nähprojekt verwendet wird.

Bevor du richtig loslegst, solltest du zunächst einmal üben, alles einzustellen und erste Probeläufe auf einem Stück altem Stoff machen. Dort kannst du mit Stichlänge- und Breite, der Fadenspannung und den verschiedenen Sticharten experimentieren. So verschwendest du nicht deinen teuren Stoff und bekommst ein Gefühl für die Maschine.

Welchen Stoff sollte ich nehmen?

Sicherlich hast du schon von Materialen wie Jersey, Samt oder Fleece gehört. Bevor du dich an solche spezielleren Stoffe wagst, solltest du mit einem soliden und unverwüstlichen Stoff üben und möglichst auch deine ersten Nähprojekte nach diesem Stoff wählen.

Dein erster Stoff sollte ein einfacher Baumwoll- oder Leinenstoff sein. Dabei kommt es zunächst nicht auf besondere Muster oder Farben an. Es darf auch gern eine von Omas alten Tischdecken für erste Tests herhalten (die du natürlich vorher um Erlaubnis fragen solltest).

Stoffe gibt es in vielen unterschiedlichen Farben und Materialien. (Bildquelle: Unsplash.com / Volha Flaxeco)

Gerade Baumwollstoff ist der Allrounder für Nähfänger. Es gibt ihn in verschiedensten Ausführungen, egal ob fest, dehnbar, dünn oder dick. Der Auswahl sind hier keine Grenzen gesetzt.

Weiche, saugfähige Fasern die extrem reißfest sind, zeichnen diesen Stoff aus. Kantenumbrüche bleiben auch nach dem Bügeln oder Falten bestehen. Das macht es dir einfacher den Überblick über dein Projekt zu behalten.

Erste Nähprojekte kannst du sehr gut mit einem aus Baumwolle bestehenden Stoff, wie Batist, realisieren.

Auch Leinenstoff lässt sich als Nähanfänger sehr gut verarbeiten. Er ist nicht dehnbar und Formbeständig, darf allerdings nicht sehr heiß gebügelt oder gewaschen werden.

Taschen, Tischdecken oder einfach Kleidungsstücke, wie Röcke, bestehen meist aus Baumwolle, Leinen oder Mischgeweben aus beiden Materialien und sind damit ideale Einsteigernähprojekte.

Natürlich gibt es noch weit mehr Stoffe, doch diese stellen teils hohe Ansprüche an den Schneider, oder sind schlicht zu teuer, um sie zum bloßen lernen zu nutzen.

Die richtige Nadel für jede Gelegenheit

Für jeden Stoff gibt es eine Nadel. Es gibt sie in zahlreichen Variationen und sie unterscheiden sich in Form, Spitze, und Einsatzgebiet. Für Jersey oder Strickstoffe benötigst du z.B. eine Nadel mit abgerundeter Spitze. Für Jeansstoff wiederum greifst du zu besonders robusten Nadeln. Doch nicht alle musst du für den Anfang haben.

Es gilt, je feiner der Stoff, umso feiner sollte auch die Nadel sein. Die Stärken reichen von Nr. 60, für sehr feinen Stoff, bis Nr. 110, für sehr groben Stoff. Zum Üben solltest du eine Nadel der Stärke Nr. 80 bis Nr. 90 nutzen. Damit kannst du normale Baumwoll- oder Leinenstoffe gut nähen.

Ein Sortiment für normalen Stoff, sowie ein Sortiment für Stretch-Stoff, sollte für den Anfang zum Üben ausreichen. Möchtest du später anspruchsvollere Projekte angehen, erkundige dich, welche Nadeln du benötigst.

Tausche die Nadel regelmäßig aus, denn sie wird schnell stumpf und kann dann unschöne Maschen im Stoff ziehen. Es lohnt sich also von den am meisten genutzten Nadeln immer ein paar auf Vorrat zu haben.

Schnittmuster

Geht es dir um das bloße Üben der Grundfunktionen, benötigst du sie vielleicht noch nicht. Spätestens jedoch, wenn du dein erstes Projekt in Angriff nimmst, kommen Schnittmuster ins Spiel.

Es gibt sie sowohl online, als auch in Zeitschriften oder Büchern. Schnittmuster müssen nicht immer teuer sein und gerade für den Anfang lohnt es sich nach kostenfreien Schnittmustern Ausschau zu halten.

Eine Auswahl der besten Quellen präsentieren wir dir hier. Dort findest du von einfachen Anfängerschnittmuster, bis hin zum aufwändigen Profiprojekt alles.

  • Burda style ist eine der bekanntesten Zeitschriften für Nähbegeisterte und bietet Schnittmuster, neben den in den Zeitschriften erhältlichen, auch online an.
  • Auf Alles für Selbermacher findest du eine große Auswahl an kostenfreien Schnittmustern. In den Beschreibungen findest du Hinweise zum Schwierigkeitsgrad.
  • Auch Bücher können eine gut Quelle für Schnittmuster sein. Meist finden sich in den Büchern Lektionen zu bestimmten Themen und dazu passende Schnittmuster.
  • Eine der umfangreichsten Seiten für Schnittmuster ist kostenlose Schnittmuster, dort findest du nach Kategorien sortiert nahezu alles. Doch Vorsicht, nicht alle Links funktionieren und es gibt keine Sortierung nach Schwierigkeitsgrad.

Wie du ein Schnittmuster kopierst, anpasst und auf den Stoff überträgst, erfährst du in unserem Artikel Schnittmuster für Kinder.

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Wo und wie lerne ich am besten nähen?

Nachdem wir uns mit den Grundlagen beschäftigt haben, geht es jetzt an die Frage. Ob du am besten einen Nähkurs besuchen solltest oder dir das Nähen selbst aneignest. Wir beschreiben dir hier, welche Möglichkeiten du hast.

Nähkurse vor Ort

Der Kurs vor Ort ist die klassische Variante etwas Neues zu lernen. Die Volkshochschulen, die es in fast jeder größeren Stadt gibt, bieten zu fast allen Themen Kurse an.

Vom blutigen Anfänger bis zum Profi, der komplizierte neue Techniken erlernen möchte, werden meist alle glücklich. Aber auch Bastel- und Kurzwarenläden bieten häufig Kurse an.

Vorteile
  • gemeinsames Lernen in einer Gruppe
  • direkte Hilfe vor Ort
  • meist werden Nähmaschinen zur Verfügung gestellt
  • sehr guter Lernerfolg durch ausgebildete Lehrer
Nachteile
  • häufig recht teuer
  • Terminbindung macht es nicht jedem leicht teilzunehmen
  • Verpasst man einen Termin, verpasst man eine ganze Lektion
  • Fahrtwege zu den Kursen sind oft weit

Online-Nähkurse

Das Internet nimmt immer mehr Raum ein und auch Online-Kurse werden mittlerweile in allen Bereichen angeboten.

Die oft kostengünstigen Kurse können von jedem absolviert werden und auch hier kann vom Anfänger bis zum Profi jeder fündig werden.

Einen guten Kurs bietet z.B. die Seite Nähen für Anfänger an.

Vorteile
  • Zeiten flexibel einteilbar
  • oft Videounterstützte Kurse, mit Schritt für Schritt Anleitungen
  • Ansprechpartner online
Nachteile
  • gute Internetverbindung ist Pflicht
  • niemand der einem „über die Schulter schauen kann“ um direkt helfend einzugreifen
  • nicht jeder Kurs ist wirklich empfehlenswert
  • Besitz einer eigenen Nähmaschine notwendig

Nähkurse in Buchform

Auch aus Büchern kann man nähen lernen, viele sind sehr schön bebildert und haben verständliche Schritt-für-Schritt Anleitungen.

Für komplette Näheinsteiger ist diese Art Selbstlern Kurs trotzdem nur bedingt zu empfehlen.

Vorteile
  • Teils sehr schön gestaltete Anleitungen
  • Oft Schnittmuster in den Büchern enthalten
  • Lerntempo kann selbst bestimmt werden
Nachteile
  • aufkommende Fragen können nicht geklärt werden
  • eine eigene Nähmaschine ist Pflicht
  • Bestimmte Handgriffe können Bilder oft nicht so gut darstellen
  • eher für Fortgeschrittene geeignet, die nachschlagen wollen

Nähen selbst lernen

Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit einfach selbstständig nähen zu lernen. Das geht z.B. mit Hilfe von Youtube Videos, bebilderten Anleitungen im Internet oder indem man sich durch Foren liest.

Leider birgt diese Art des Lernens den Nachteil, dass du dir womöglich Dinge falsch aneignest. Oder dir für den Anfang viel zu anspruchsvolle Projekte heraussuchst.

7 Tipps und Tricks für den Einstieg

Zum Abschluss noch einmal eine Zusammenfassung unserer 7 wichtigsten Tipps für einen gelungenen Einstieg in dein neues Hobby.

  1. Keine Angst! Trau dich mit ein paar Stoffresten an deine Nähmaschine. Wenn du unsere Ratschläge beherzigst und klein anfängst, wirst du schon bald erste kleine Projekte in Händen halten.
  2. Die Bedienungsanleitung ist dein bester Freund! Lies sie dir durch und halte sie zum Nachschlagen immer griffbereit. Sie hat allerhand Informationen zu den gängigen Einstellungen und Näharbeiten zu bieten.
  3. Washitape! Hast du Probleme die Nahtzugabe im Blick zu behalten, klebe einen Streifen des bunten Klebebandes im richtigen Abstand auf deine Nähmaschine. Damit hast du immer alles im Blick.
  4. Stecknadeln quer stecken! stecke die Nadeln nie längs, so kannst du sie beim nähen leicht herausziehen. Nähe auch niemals über die Nadeln, sonst machst du dir deine Nähnadeln schnell kaputt.
  5. Bügeln, bügel, bügeln! Das erleichter dir die Arbeit, Stoffkanten halten besser, wenn du sie vorher umbügelst.
  6. Die richtige Nadel! Verwende immer die passende Nadel und tausche sie regelmäßig aus. Mit einer stumpfen Nadel machst du dir im schlimmsten Fall dein ganzes Werk kaputt.
  7. Das richtige Garn! Zu altes oder billiges Garn wird porös und reißt schnell. Je feiner der Stoff, desto feiner das Garn.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.pattydoo.de/naehen-lernen

[2]https://www.naehschule-berlin.de/startseite.html

[3] https://utopia.de/ratgeber/naehen-lernen-hilfreiche-tipps-fuer-anfaenger/

Bildquelle: unsplash.com / elCarito

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